Überspringen zu Hauptinhalt

#jok482

Karte nicht ver­füg­bar

Datum/Zeit
Date(s) — 17. Sep­tem­ber 2020
17:00 – 19:00

Thema

ICS-Datei für digi­tale Kalen­der laden
Web­Cal-Link für digi­tale Kalen­der
Zum Google-Kalen­der hin­zu­fü­gen
 

Seit Mai 2018 fin­det das tra­di­tio­nelle JENAer Carl-Zeiss-Optik­kol­lo­quium als JENAer Optik­kol­lo­quium am Abbe Cen­ter of Pho­to­nics auf dem Beu­ten­berg Cam­pus Jena statt. Es ist offen für alle Inter­es­sier­ten aus For­schung, Wirt­schaft und Bil­dung und ver­steht sich als Forum für neue Tech­no­lo­gien rund um die Pho­to­nik.

Auf­grund der aktu­el­len Lage fin­det das Jenaer Optik­kol­lo­qium als Online­ver­an­stal­tung statt.

VORTRAG

Photonic-chip based soliton microcombs

Prof. Dr. Tobias Kip­pen­berg » EPFL École Poly­tech­ni­que Fédé­rale de Lau­sanne

Zum Thema › Opti­sche Fre­quenz­kämme lie­fern äqui­di­stante Mar­ker im IR, Sicht­ba­ren und UV und sind zu einem zen­tra­len Werk­zeug der Fre­quenz­mess­tech­nik gewor­den. Sie sind die Basis opti­scher Atom­uh­ren, fin­den aber auch in ande­ren Berei­chen Anwen­dung, wie z.B. der Breit­band­spek­tro­sko­pie oder der rausch­ar­men Mikro­wel­len­er­zeu­gung.

Im Jahr 2007 wurde eine neue Methode zur Erzeu­gung opti­scher Fre­quenz­kämme ent­deckt, die auf opti­schen Mikro­re­so­na­to­ren hoher Güte (high‑Q) basiert. Sol­che Mikro­re­so­na­tor-Fre­quenz­kämme (micro­combs) haben sich seit­dem als eine neue und weit­ge­hend unter­suchte Methode her­aus­kris­tal­li­siert, bei der Kämme durch para­me­tri­sche Fre­quenz­kon­ver­sion eines CW-Lasers inner­halb eines High-Q-Reso­na­tors über die Kerr-Nicht­li­nea­ri­tät erzeugt wer­den kön­nen.

In den letz­ten Jah­ren wurde ein tie­fe­res Ver­ständ­nis des Kamm­bil­dungs­pro­zes­ses erreicht und Metho­den iden­ti­fi­ziert, mit denen dis­si­pa­tive tem­po­rale Soli­to­nen (DKS) erzeugt wer­den kön­nen, die nicht nur rausch­arme opti­sche Fre­quenz­kämme lie­fern, son­dern dar­über hin­aus den Zugang zu Fem­to­se­kun­den-Pul­sen ermög­li­chen. Dis­si­pa­tive tem­po­rale Soli­to­nen ermög­li­chen den Zugang zu voll­stän­dig kohä­ren­ten und breit­ban­di­gen Käm­men und Soli­ton-Ver­brei­te­rungs­ef­fek­ten.

DKS wur­den inzwi­schen in einer Viel­zahl von Reso­na­to­ren erzeugt, ein­schließ­lich sol­cher, die auf pho­to­ni­scher Inte­gra­tion auf Sili­zi­um­ni­trid (Si3N4) beru­hen. Damit konn­ten DKS jedoch bis­her nur mit Wie­der­hol­ra­ten von über 100 GHz erzeugt wer­den, also jen­seits der Spek­tral­bän­der, die für eine ein­fa­che Signal­ver­ar­bei­tung durch nor­male opto­elek­tro­ni­sche Kom­po­nen­ten ange­strebt wer­den. Dies war haupt­säch­lich auf die hohen opti­schen Ver­luste in Wel­len­lei­tern zurück­zu­füh­ren, die durch den Pro­zess bei der Her­stel­lung gro­ßer Geo­me­trien ver­ur­sacht wer­den. Dar­über hin­aus war die zur Erzeu­gung der Kämme erfor­der­li­che Pump­leis­tung für inte­grierte Lösun­gen schäd­lich.

Im Vor­trag wer­den die jüngs­ten Fort­schritte vor­ge­stellt, die bei den Leis­tungs­an­for­de­run­gen, dem Form­fak­tor und dem Mikro­wel­len­ra­ten­be­trieb der inte­grier­ten Mikro­kämme erzielt wur­den.

Es wird der Damas­cene-Nano­fa­bri­ka­ti­ons­pro­zess vor­ge­stellt, der die Her­stel­lung von gro­ßen Wel­len­lei­tern ohne Stit­ching-Feh­ler ermög­licht. Die­ser ermög­licht die Her­stel­lung von Mikro­käm­men, die in den K- und X‑Mikrowellenbändern arbei­ten und z.B. in Radar- und zukünf­ti­gen 5G-Sys­te­men ange­wandt wer­den kön­nen.

Zum Refe­rent › Tobias J. Kip­pen­berg begann seine Tätig­keit an der Eid­ge­nös­si­sche Tech­ni­sche Hoch­schule Lau­sanne (EPFL) im Jahre 2008 als Ten­ure Track Assi­stant Pro­fes­sor und ist seit 2013 ordent­li­cher Pro­fes­sor am dor­ti­gen Insti­tut für Phy­sik und Elek­tro­tech­nik.

Vor sei­ner Tätig­keit an der EPFL war er als unab­hän­gi­ger Max-Planck-Nach­wuchs­grup­pen­lei­ter am Max-Planck-Insti­tut für Quan­ten­op­tik (MPQ) in Gar­ching tätig. Wäh­rend sei­ner Zeit am MPQ arbei­tete er an der Strah­lungs­druck­küh­lung opti­scher Mikro­re­so­na­to­ren und ent­wi­ckelte Tech­ni­ken zur Küh­lung, Mes­sung und Mani­pu­la­tion mecha­ni­scher Oszil­la­to­ren im Quan­ten­re­gime, die heute Gegen­stand der For­schung im Bereich der Cavity Quan­tum Opto­me­cha­nics sind.

Dar­über hin­aus ent­deckte seine Gruppe die Erzeu­gung opti­scher Fre­quenz­kämme unter Ver­wen­dung von High‑Q Mikro­re­so­na­to­ren, heute als Mikro-combs oder Kerr-combs bekannt.

Für seine Bei­träge auf die­sen bei­den For­schungs­ge­bie­ten erhielt er 2011 den EFTF-Preis für Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler, den Helm­holtz-Preis für Metro­lo­gie (2009), den EPS-Fres­nel-Preis (2009), den ICO-Preis (2014), den Schwei­zer Lat­sis-Preis (2015) sowie den Wil­helmy-Klung-For­schungs­preis für Phy­sik (2015) und den ZEISS For­schungs­preis 2018.

Er ist Grün­der des Start-Ups LIGENTEC SA, einem Her­stel­ler von Pho­to­nic Inte­gra­ted Cir­cuits (PIC).

________________________

Das JENAer Optik­kol­lo­quium wird unter­stützt von: Carl Zeiss AG, Ernst-Abbe-Hoch­schule Jena, Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wandte Optik und Fein­me­cha­nik, Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena, JENOPTIK AG, Leib­niz-Insti­tut für Pho­to­ni­sche Tech­no­lo­gien e.V. Ver­an­stal­ter ist Opto­Net e.V.

________________________

Teil­nahme & Buchungs­kon­di­tio­nen

Die Ver­an­stal­tung ist offen für alle Inter­es­sier­ten und kann ab sofort hier gebucht wer­den. Die Teil­nahme ist kos­ten­frei.

________________________

HISTORIE

Das JENAer Optik­kol­lo­quium geht auf eine Ver­an­stal­tungs­reihe der Jenaer Zeiss Werke zurück, die 1971 zunächst zur Wei­ter­bil­dung der Mit­ar­bei­ter ins Leben geru­fen wurde. Durch die Gewin­nung hoch­ka­rä­ti­ger Refe­ren­ten ent­wi­ckelte es sich schnell zu einem wich­ti­gen Dis­kus­si­ons­fo­rum der füh­ren­den Optik­ex­per­ten des Lan­des.

Nach 1989 wurde das Kol­lo­quium in Zusam­men­ar­beit mit dem Insti­tut für Ange­wandte Optik der Uni­ver­si­tät Jena, ver­tre­ten durch Prof. Kowar­schik, wei­ter­ge­führt und gewann durch die Betei­li­gung füh­ren­der Wis­sen­schaft­ler und Unter­neh­men und die Koope­ra­tion u.a. mit dem Fraun­ho­fer IOF und dem Leib­niz IPHT wei­ter an Bedeu­tung.

×Suche schließen
Suche