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Datum/Zeit
Date(s) — 27. Juli 2026
17:00 – 19:00

Ver­an­stal­tungs­ort
Abbe Cen­ter of Photonics

Thema

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Seit Mai 2018 fin­det das tra­di­tio­nelle JENAer Carl-Zeiss-Optik­kol­lo­quium als JENAer Optik­kol­lo­quium am Abbe Cen­ter of Pho­to­nics auf dem Beu­ten­berg Cam­pus Jena und online statt. Es ist offen für alle Inter­es­sier­ten aus For­schung, Wirt­schaft und Bil­dung und ver­steht sich als Forum für neue Tech­no­lo­gien rund um die Photonik.

Zur 516. Aus­gabe des Kol­lo­qui­ums freuen wir uns auf Prof. Dae­wook Kim und sei­nen Vortrag

 

LARGE ETENDUE TELESCOPE TECHNOLOGIES AND BEYOND: FROM COSMIC FRONTIERS TO SAVING EARTH

Bahn­bre­chende Tele­s­ko­p­tech­no­lo­gien mit gro­ßer, auf die Win­kel­auf­lö­sung gewich­te­ter Éten­due ste­hen im Zeit­al­ter von Big Data, maschi­nel­lem Ler­nen und leis­tungs­star­ken Groß­ra­ke­ten kurz davor, unser wis­sen­schaft­li­ches Ver­ständ­nis des Uni­ver­sums grund­le­gend zu ver­än­dern. Ein weg­wei­sen­des, ska­lier­ba­res Tele­s­kop­kon­zept auf die­sem Gebiet ist das Welt­raum­ob­ser­va­to­rium Nau­ti­lus, das eine sehr große Anord­nung von Welt­raum­te­le­sko­pen mit dif­frak­tiv aus­ge­leg­ten Multi-Order-Opti­ken (Multi-Order Dif­frac­tion Engi­nee­red, MODE) vorsieht.

Ergän­zend dazu umfasst das Kon­zept SALTUS (Sin­gle Aper­ture Large Telescope for Uni­verse Stu­dies) ein Tele­skop für den mitt­le­ren bis fer­nen Infra­rot­be­reich mit einem auf­blas­ba­ren Mem­bran­spie­gel im 14-Meter-Maß­stab. Diese groß­di­men­sio­nierte, ent­falt­bare Archi­tek­tur nutzt eine extrem große Aper­tur, um eine bis­lang uner­reichte Pho­to­nen­sam­mel­leis­tung zu erzielen.

Dar­über hin­aus bie­ten fla­che Meta­op­ti­ken das Poten­zial, groß ange­legte Arrays kom­pak­ter Welt­raum­te­le­skope in bis­lang nicht rea­li­sier­ba­rem Umfang zu ska­lie­ren und damit die enor­men Beob­ach­tungs­da­ten­men­gen zu erzeu­gen, die die Zukunft der Astro­phy­sik neu bestim­men werden.

Die Bedeu­tung die­ser Inno­va­tio­nen reicht jedoch weit über die Erfor­schung des tie­fen Welt­raums hin­aus. Über­trägt man diese Bild­ge­bungs­tech­no­lo­gie mit gro­ßer Éten­due auf ter­res­tri­sche Anwen­dun­gen, ermög­li­chen die­sel­ben opti­schen Prin­zi­pien ein neu­ar­ti­ges, ver­wind­ba­res Helio­stat­sys­tem, das durch eine effi­zi­ente direkte Abschei­dung von CO₂ aus der Umge­bungs­luft zur Bekämp­fung des Kli­ma­wan­dels bei­tra­gen soll. Dies ver­deut­licht, dass die Tech­no­lo­gien, mit denen wir unsere Sicht auf den Kos­mos erwei­tern, zugleich von ent­schei­den­der Bedeu­tung für den Schutz unse­res Hei­mat­pla­ne­ten sein können.

Prof. Daewook Kim

Dae­wook Kim ist Pro­fes­sor für Optik­wis­sen­schaf­ten und Astro­no­mie an der Uni­ver­sity of Ari­zona. Er hat sich an zahl­rei­chen groß ange­leg­ten opti­schen Ent­wick­lungs­pro­jek­ten für welt­raum- und boden­ge­bun­dene Anwen­dun­gen betei­ligt. Der Schwer­punkt sei­ner For­schung liegt auf der prä­zi­sen Aus­le­gung, Fer­ti­gung und Mess­tech­nik opti­scher Frei­form­flä­chen, ein­schließ­lich Inter­fe­ro­me­trie und dyna­mi­scher Deflektometrie.

Seine wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Bei­träge decken ein brei­tes Wel­len­län­gen­spek­trum vom Radio- bis zum Rönt­gen­be­reich ab. In zahl­rei­chen Pro­jek­ten der astro­no­mi­schen Optik und des opti­schen Inge­nieur­we­sens war er in unter­schied­li­chen Funk­tio­nen tätig. Zu den bedeu­ten­den Pro­jek­ten zäh­len das NASA-Welt­raum­te­le­skop Aspera für den Ultra­vio­lett­be­reich, bei dem er für die Kon­struk­tion und Mon­tage des Tele­skops ver­ant­wort­lich war, das Giant Magel­lan Telescope mit der Fer­ti­gung und Prü­fung der Pri­mär­spie­gel­seg­mente für den 25-Meter-Haupt­spie­gel sowie das SLIM-Instru­ment des South Pole Telescope.

In den ver­gan­ge­nen mehr als zehn Jah­ren hielt Kim über 40 Plenar‑, Key­note- und Kol­lo­qui­ums­vor­träge auf inter­na­tio­na­len Kon­fe­ren­zen und an Uni­ver­si­tä­ten. Dar­über hin­aus über­nahm er ver­schie­dene wis­sen­schaft­li­che Lei­tungs­funk­tio­nen. Unter ande­rem lei­tete er Kon­fe­ren­zen von OPTICA im Bereich „Opti­cal Fabri­ca­tion and Test­ing“ sowie von SPIE in den Berei­chen „Opti­cal Manu­fac­tu­ring & Test­ing“ und „Astro­no­mical Optics: Design, Manu­fac­ture, & Test of Space and Ground Systems“.

Kim ist Autor bezie­hungs­weise Mit­au­tor von mehr als 400 Fach- und Kon­fe­renz­bei­trä­gen, dar­un­ter über 100 Publi­ka­tio­nen in begut­ach­te­ten wis­sen­schaft­li­chen Fach­zeit­schrif­ten. Von 2013 bis 2019 war er als Asso­ciate Edi­tor der Fach­zeit­schrift Optics Express tätig.

Für seine wis­sen­schaft­li­chen Leis­tun­gen wurde er zum Fel­low von SPIE und OPTICA ernannt. Zudem wurde er für die Amts­zeit von 2024 bis 2026 in den Vor­stand von SPIE gewählt.

Teilnahme und Buchungskonditionen


Das JENAer Optik­kol­lo­quium wird unter­stützt von: Carl Zeiss AG · Ernst-Abbe-Hoch­schule Jena · Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wandte Optik und Fein­me­cha­nik · Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena · JENOPTIK AG · Leib­niz-Insti­tut für Pho­to­ni­sche Tech­no­lo­gien e.V.
Ver­an­stal­ter ist Opto­Net e.V.


Historie

Das JENAer Optik­kol­lo­quium geht auf eine Ver­an­stal­tungs­reihe der Jenaer Zeiss-Werke zurück, die 1971 zunächst zur Wei­ter­bil­dung der Mitarbeiter:innen ins Leben geru­fen wurde. Durch die Gewin­nung hoch­ka­rä­ti­ger Referent:innen ent­wi­ckelte es sich schnell zu einem wich­ti­gen Dis­kus­si­ons­fo­rum der füh­ren­den Optik­ex­per­ten des Landes.

Nach 1989 wurde das Kol­lo­quium in Zusam­men­ar­beit mit dem Insti­tut für Ange­wandte Optik der Uni­ver­si­tät Jena, ver­tre­ten durch Prof. Kowar­schik, wei­ter­ge­führt und gewann durch die Betei­li­gung füh­ren­der Wis­sen­schaft­ler und Unter­neh­men und die Koope­ra­tion u.a. mit dem Fraun­ho­fer IOF und dem Leib­niz IPHT wei­ter an Bedeutung.

 

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